06. März 2019

Eröffnung der Aktion Autofasten im Saarland: „Neue Freiheiten entdecken“


„Ich bemühe mich, mein Auto so oft stehen zu lassen, wie es geht. Das schont nicht nur die Schöpfung, sondern gibt mir auch neue Freiheiten. Zum Beispiel die Freiheit mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen“, sagte Christian Weyer bei der Eröffnung der Aktion Autofasten im Saarland.

Sie biete die Möglichkeit, solche Erfahrungen zu machen und damit auszuprobieren, ob Mobilität auch anders geht, als immer mit dem Auto, betonte der Superintendent des Kirchenkreises Saar-West.

 

Die Eröffnung der Aktion fand in diesem Jahr an Asvhermittwoch in einem Bus der Saarbahn vor dem evangelischen Gemeindezentrum in Saarbrücken-Brebach statt. Das hat seinen guten Grund: In dem Saarbrücker Stadtteil hat sich eine ökumenische Gruppe gebildet, die sich an Autofasten beteiligt und ihre Erfahrungen dabei in regelmäßigen Treffen austauscht. Gemeindepfarrer Josef Jirasek konnte zahlreiche Mitglieder der Kirchengemeinde Brebach-Fechingen bei der Eröffnung begrüßen. Er sei gespannt, welche gemeinsamen Erfahrungen die Gruppe mache, betonte der Theologe. „Wir wollen reflektieren, welche Bedeutung das Auto für uns hat.“ Angesichts de Klimawandels, sei es an der Zeit zu Handeln.  Am Abend stand das Thema dann im Mittelpunkt einer Andacht in der Evangelischen Kirche in Fechingen.

 

Weyer freute sich, dass sich in diesem Jahr gleich zwei Kirchengemeinden  aus dem Saarland beteiligen. Denn auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Saarlouis wird es eine Autofasten-Gruppe geben.

 

Seit 22 Jahren laden dieKirchen im Westen Deutschlands in der Fastenzeit dazu ein, die eigene Mobilität und das Verhältnis zum Automobil zu überdenken. Ziel der Aktion Autofasten ist es, vom 6. März bis 20. April das eigene Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und Alternativen auszuprobieren: statt mit dem eigenen Auto mit dem Bus, der Bahn und dem Fahrrad unterwegs zu sein, oder ein Auto mit vielen anderen zu teilen. An der Aktion beteiligen sich in diesem Jahr die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Bistümer Trier, Mainz, Fulda, das Erzbistum Köln, der Diözesanrat im Bistum Aachen und die katholische Kirche in Luxemburg. Bisher haben mehr als 26.000 Frauen und Männer im Rahmen der Aktion Autofasten versucht, auf ihr Auto zu verzichten.

 

Angesichts des Klimawandels ist das Thema aktueller denn je. Die Leiterin des Katholischen Büros Saarland, Katja Göbel sagte bei der Eröffnung: „Fakt ist, dass wir mit der uns von Gott anvertrauten Schöpfung nicht gerade pfleglich umgehen. Die Liste der Umweltkatastrophen allein aus dem letzten Jahr ist sehr lang“, sagte sie mit Verweis auf die Überschwemmungen im Frühjahr und die große Hitzewille im Sommer. „Auf einmal ist die Klimaerwärmung direkt vor unserer Haustür spürbar.“ Unter diesem Aspekt rücke der Verzicht auf das Auto in ein anderes Licht. „Auch wenn es noch so schwer fällt: Überwinden Sie sich. Lassen Sie dort, wo es möglich ist, das Auto einfach mal stehen, um das Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, oder eine Strecke zu Fuß zurück zu legen.“

 

Auch Umweltminister Reinhold Jost ermutigte zur Teilnahme an der Aktion: „Ich wünsche der Aktion im Jahr 2019 viele Mitmacher, die so oft es irgend geht bewusst auf das Auto verzichten. Ich wünsche allen Mitmachern dabei die langfristige Erkenntnis, dass Autofasten keine wirkliche Entbehrung darstellt,  sondern sogar eine Bereicherung für einen stressfreien Alltag sein kann“, ließ er in einem Grußwort verlauten.

 

Bis zur Eröffnung der Aktion hatten sich bereits über 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Autofasten angemeldet, 486 davon alleine im Saarland. Unterstützt wird die Aktion auch in diesem Jahr vom saarländischen Verkehrsverbund (SaarVV), der wieder 200 Zwei-Wochen-Tickets für das gesamte Netz des Verkehrsverbunds zur Verfügung gestellt hat. Diese Tickets wurden unter allen angemeldeten Teilnehmern verlost. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und Cambio CarSharing unterstützen die Aktion.

 

Weitere Informationen zu den Fastengruppen: Brebach-Fechingen, Josef Jirasek, Telefon 0681/ 872596, E-Mail: Josef.jirasek@ekir.de, Saarlouis,  Hans-Jürgen Gärtner vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene, Telefon 0681/ 30140832, E-Mail: gaertner@gmoe.de. 

Anmeldung zu Autofasten: www.autofasten.de

 





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