17. Mai 2019

10 Jahre KIBIZ in Saarbrücken-Malstatt


Seit 10 Jahren setzt sich das Kinderbildungszentrum (KIBIZ) in Saarbrücken- Malstatt dafür ein, Bildungschancen für Kinder und ihre Eltern vor Ort zu verbessern. Die Diakonie Saar, Träger der Einrichtung, feierte heute das Jubiläum mit Kindern, Eltern, Kooperationspartner und Unterstützer.

„Seit den Anfängen 2009 ist es das Ziel des KIBIZs, Kindern im Alter von null bis zwölf Jahren und Ihren Familien Möglichkeiten anzubieten, eigene Fähigkeiten zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen“, erklärt Claudia Rebmann, Bereichsleitung bei der Diakonie Saar. Dazu werden vielfältige und kostenlose, bzw. sehr kostengünstige Kurse und Aktionen angeboten. Seit 2009 haben knapp 2300 Menschen an einem KIBIZ-Angebot teilgenommen, darunter etwa 1500 Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. „Von Jahr zu Jahr steigen die Teilnehmendenzahlen unserer Angebote“, so Rebmann. „Das zeigt uns, dass die Angebote die Bedarfe im Stadtteil treffen.“

Vernetzung und Kooperation für sinnvolle Bildungsangebote

Ein Großteil der pädagogischen Angebote wird mit Honorarkräften und Ehrenamtlichen durchgeführt. Dank der langjährigen Projektfinanzierung durch die „Kinderhilfe e.V. Saar“ können zusätzlich zahlreiche Projekte und Kurse mit dem Schwerpunkt der musischen und künstlerischen Bildung durchgeführt werden. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KIBIZ haben ein hervorragendes Gespür dafür, mit welchen Angeboten sie bei den Kindern die Neugier und die Lust aufs Lernen und das Entdecken ihrer Kreativität wecken können. Und damit öffnen sie die Tür für Bildung als Voraussetzung für ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben – eines der zentralen Ziele unseres Vereins“, erklärt Dr. Ingrid Kojan aus dem Vorstand der Kinderhilfe e.V. Saar.  Eine enge Kooperation gibt es zudem mit dem Stadtteilbüro Malstatt und dem Kinderhaus Malstatt. „Im Laufe der Jahre hat das KIBIZ einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und die Mitarbeitenden konnten ein gut funktionierendes Netzwerk mit internen und externen Partnern knüpfen“, freut sich Rebmann.

In den Räumlichkeiten der Kirchbergschule angesiedelt, hat das Kinderbildungszentrum einen engen Bezug zu den Schulen vor Ort aufgebaut. „Das KIBIZ bietet unseren Kindern viele Angebote an, die sie aus ihrem Alltag nicht kennen. Dadurch entdecken sie die Welt, gewinnen an Lebensfreude hinzu und entwickeln sich als Persönlichkeit weiter. Dies wirkt sich natürlich auch auf ihre schulischen Leistungen aus.“, betont Michael Jung, Schulleiter der Gebundenden Ganztagsschule Kirchberg. Dazu zählt beispielsweise auch das „Werkstattdiplom“, ein zusätzliches Zeugnis für die Viertklässler über erworbene handwerkliche Fähigkeiten, der KIBIZ-Chor an der Grundschule Wallenbaum oder die „Kinderfirma MOHO“ an der Grundschule Kirchberg, wo Kinder Hocker selbst bauen und lernen, sie zu vermarkten.

Ein großes Problem im Stadtteil ist die seit Jahren zunehmende Kinderarmut. Dem begegnet das KIBIZ mit dem morgendlichen Angebot „Frühes Frühstück“, das mittlerweile über 60 Kinder wahrnehmen. Auch die günstigen Ferienangebote für „daheim Gebliebene“ wird von immer mehr Kindern in Anspruch genommen. In Malstatt leben viele Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Arbeitslose und Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte – oft Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind.

Diakonie seit 2009 Träger des KIBIZ

Da sich Armut auf die Bildungssituation von Kindern auswirkt, haben politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger in Malstatt bereits 2006 die Stadt Saarbrücken überzeugt, ein erstes Konzept für das Bildungszentrum zu erstellen. Daran beteiligt waren das Stadtteilbüro Malstatt, der Arbeitskreis Soziale Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden vor Ort. 2009 übernahm das Diakonische Werk an der Saar die Trägerschaft mit dem Schwerpunkt des Koordinations- und Netzwerkansatzes, vorerst für eine dreijährige Modellphase. Die Landeshauptstadt stellte ihre eigenen Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Grundschule am Kirchberg als Projektstandort zur Verfügung. Dort befindet sich das Zentrum bis heute. Seit März 2011 kann das KIBIZ durch eine finanzielle Förderung der Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ auf eigenes Fachpersonal zurückgreifen.

Ankommen – Willkommen fühlen

2015 ist Malstatt ein sogenannter „Ankunftsstadtteil“ geworden. Viele Menschen mit Migrationshintergrund ziehen hierher, sei es weil die Mieten günstig sind oder weil Landsleute oder Familie hier wohnen. Auf die sich verstärkenden neuen Problematiken wie beispielsweise fehlende Sprachkenntnisse, reagierte das KIBIZ mit Informations-veranstaltungen für Neuzugewanderte oder niedrigschwellligen Sprachkursen mit Kinderbetreuung. „Viele Familien, die in Malstatt ankommen, haben ihren Erstkontakt in der Schule“, so Schuleiter Jung. „Das KIBIZ hilft uns, den Familien „das Ankommen“ zu erleichtern und soziale Kontakte zu knüpfen, bürokratische Hürden zu überwinden und sich tatsächlich willkommen zu fühlen.“

Finanziert wird das KIBIZ durch den Regionalverband Saarbrücken, die Kinderhilfe e.V. Saar und Eigenmittel der Diakonie Saar. Die Räumlichkeiten stellt die Stadt Saarbrücken zur Verfügung. Zudem werden viele Angebote durch Spenden finanziert. 





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